TECHNIKERINNEN ALS ROLLENVORBILDER BEI DER TECHNIKNACHT RUHR

FRAUEN UND TECHNIK – PASST DAS? UND WIE!

Dass Frauen ihre Berührungsängste gegenüber Technik abbauen, ist ein Ziel der Techniknacht Ruhr. Was es dazu braucht, sind weibliche Vorbilder, die in ganz unterschiedlichen technischen Berufsfeldern arbeiten und die hervorragenden Perspektiven für Frauen in MINT-Berufen aufzeigen. Dass es viele Frauen in technischen Berufen mit Vorbildfunktion gibt, beweisen die teilnehmenden Unternehmen der Techniknacht Ruhr.

Der Fehler liegt im kleinsten Detail -
Dr. Anna Runiewicz, Haus der Technik Essen

Als das älteste technische Weiterbildungsinstitut in Deutschland ist das Haus der Technik in Industrie und Wirtschaft für seine Beratung bei der Material- und Werkstoffprüfung bekannt. Seit 2008 leitet Dr.-Ing. Anna Runiewicz das Labor der Abteilung F&E- und Ingenieur-Dienstleistungen.
Im kleinsten Detail erforschen, weshalb Dinge kaputtgehen – dafür ist Dr. Runiewicz Expertin. Zu den Aufgaben der Ingenieurin, die an der Universität Duisburg-Essen in dem Fach Werkstofftechnik promovierte, gehört, Firmen darin zu unterstützen Prozesse und Komponenten langlebiger und effizienter zu machen. Für ihre Analysen stehen Dr. Runiewicz moderne Labore und umfangreiche Versuchseinheiten zur Verfügung. So kommt das Haus der Technik in Essen mit Hilfe einer Frau jedem Schaden auf die Spur.

Mit der Lizenz zum Schalten -
Desirée Rogge, DEW21

Arbeiten unter Hochspannung – 2009 erhielt Desirée Rogge, Energieelektronikerin bei der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21), als erste Frau in der Region die Schaltberechtigung für Mittel- und Hochspannungen. Bereits 2000 begann sie ihre technische Ausbildung bei DEW21 und schloss diese drei Jahre später als Energieelektronikerin ab. 2005 begann Desirée Rogge ihre Ausbildung zur Schaltmonteurin und erhielt 2007 die Schaltberechtigung für die Niederspannung und zwei Jahre später für die Mittel- & Hochspannung. Heute ist sie als Vorarbeiterin im Betrieb Hochspannung tätig und für die Vorplanungen sowie den Betrieb der 110KV-Trafo-Schaltungen sowie weiterer Umspann- und Schaltanlagen mitverantwortlich. Ihre Entscheidung gegen eine reine Bürotätigkeit und für einen technischen Beruf bereut Rogge bis heute nicht: „Meine Arbeiten sind vielseitig und abwechslungsreich. Man hat mit vielen Menschen zu tun, ob mit DEW21-Kollegen oder mit Mitarbeitern von externen Partnern – da kann gar keine Langeweile aufkommen“, so Rogge.

Die Gase im Griff -
Nadine Sati und Gianna Castiglione, p.a.c. Gasservice GmbH

Die p.a.c. Gasservice GmbH ist seit 1988 im Bereich Industriegase tätig und liefert hochwertige Gase und angeschlossene Dienstleistungen für den Mittelstand. Für den reibungslosen Versand der Gase ist Nadine Sati zuständig – seit über zwei Jahren ist sie bei p.a.c. Gasservice die Verantwortliche für Disposition und Versand. Sie plant die Touren der Fahrzeuge und erstellt Versand- und Frachtpapiere. Sie kennt die Transport- und Gefahrgutbestimmungen die zur Unfallvermeidung unbedingt eingehalten werden. Auch um die Zukunft muss man sich bei p.a.c. Gasservice keine Sorgen machen, denn momentan werden hier sechs junge Leute ausgebildet. Darunter Gianna Castiglione, zukünftige Industriekauffrau. Unter anderem hat Castiglione bereits die Abteilung Werkverkauf durchlaufen: Mithilfe ihres Fachwissens konnte Sie Kunden beraten und Hilfestellung zur Handhabung der technischen Geräte geben. Keine Frage: Mit solchen Mitarbeiterinnen hat man die Gase im Griff.

Mit Präzision zum Ziel -
Sarah Arnecke, Gaedigk Feinmechanik & Systemtechnik GmbH

Die Firma Gaedigk Feinmechanik & Systemtechnik GmbH, mit Sitz in Bochum, entwickelt, konstruiert und fertigt seit mehr als 16 Jahren feinmechanische Baugruppen und Montagevorrichtungen. Sarah Arnecke ist seit ihrer Ausbildung zur Feinwerkmechanikerin bei Gaedigk angestellt. Bei aller technischen Innovation gehört für sie das Fertigen feinmechanischer Bauteile an konventionellen Dreh- und Fräsmaschinen zum Tagesgeschäft. Arneckes Aufgabenbereiche sind vielfältig und anspruchsvoll: Sie plant nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten die Fertigungsabläufe und sorgt dafür, dass Material, Werkzeuge und Hilfsmittel bereitstehen. Zudem ist sie für die komplexe Montage von Bauteilen zu Baugruppen verantwortlich. Aktuell arbeitet sie an einem medizinischen Projekt zur schonenden Krebsbehandlung, das ihr sehr am Herzen liegt. Eine zukunftsweisende Baugruppe der Fa. Gaedigk, die punktuell künstliches Fieber erzeugt, damit Krebszellen absterben.

Alles im Blick -
Kathrin Querfurth, DEW21

Ein stürmischer Job, der nicht immer etwas für schwache Nerven ist – die Koordination von Industriekletterern, die in schwindelerregenden Höhen die Windkraftanlagen der DEW21 warten und prüfen, ist nur ein kleiner Teil des vielfältigen Arbeitsalltags von Kathrin Querfurth. „Ab und an begleite ich die Gutachter und klettere mit ihnen 85 Meter den Turm hinauf – ohne Aufzug. Das kann schon eine Herausforderung sein, aber der Blick von den Windkraftanlagen ist unschlagbar“, so Querfurth. Als Betriebsmanagerin für regenerative Erzeugungsanlagen bei DEW21 ist Querfurth seit 2011 für die technische Betriebsführung der Windkraftanlagen, verantwortlich. Auch wenn es um die Planung und Projektierung neuer Ausbauprojekte geht, lässt sie ihren technischen Hintergrund miteinfließen. Berufsbegleitend bildete sich die Energieelektronikerin der DEW21 zur staatlich geprüften Elektrotechnikerin weiter.

Die Werksleiterin -
Dr. Sabine Potocki, ThyssenKrupp Steel Europe AG

Eine Frau in einer leitenden Position ist in der Stahlbranche nach wie vor eine Ausnahme. „Dabei kann man sich nichts Schöneres vorstellen, als in einem Kaltbandwerk zu arbeiten“, meint Dr. Sabine Potocki, Werksleitern bei ThyssenKrupp Steel Europe in Dortmund. „Stahl herzustellen ist für eine Werkstoffkundlerin faszinierend und jeder Tag in der Produktion ist eine neue Herausforderung“, betont die Ingenieurin, die seit 1996 im ThyssenKrupp Konzern arbeitet. Seit Anfang des Jahres ist die Hobby-Taucherin für die Oberflächenveredelungsanlagen in Dortmund zuständig und damit Chefin von mehr als 270 Mitarbeitern.
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